zoomDer ProChrist-Samstag stand ganz unter dem Thema Frieden und Integration und startete am Nachmittag mit einem Friedensweg im Univiertel. Dort kamen in der Wolfgang-von-Gronau-Straße rund 100 Christen aus zahlreichen Nationen zusammen, um ein Zeichen für Frieden und Integration zu setzen. An drei Stationen wurde auf dem Weg zur Schwabenhalle, wo die ProChrist-Abendveranstaltungen stattfinden, an drei "Gebetsstationen" für die Integration von Ausländern in Augsburg, für die Studenten in der Stadt und für Einheit und Frieden gebetet. Zudem fand auf dem Weg ein reger Austausch und gegenseitiges Kennenlernen zwischen ausländischen und deutschen Christen statt. Am Ziel in der Schwabenhalle angekommen, gab es für die Teilnehmer des Friedenswegs internationale Spezialitäten.

Die Besucher des Abendprogramms wurden schon im Foyer mit internationaler Musik unterhalten. Der vorletzte ProChrist-Abend stand unter dem Thema "Frieden: Wie halten wir uns aus?" und sollte, so Moderator Alan Büching ein "Fest für alle Mentalitäten" sein. Augsburg habe eine lange Geschichte als Friedensstadt und er nannte den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und das Augsburger Friedensfest, das seit 1650 am 8. August gefeiert wird und Augsburg einen exklusiven Feiertag beschert.

Eine besondere Einladung sprach Alan Büching aus, für alle, die weitere Glaubensfragen haben oder mehr über die Grundlagen des christlichen Glaubens wissen möchten, an einem der 23 Glaubenskurse teilzunehmen, die im Anschluss an ProChrist in 16 Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften in und um Augsburg herum angeboten werden.

zoomBesonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt der ukrainischen Gruppe Voanerges - übersetzt Donnersöhne - die extra den weiten Weg aus Kiew gefahren waren. Mit zum Teil selbst gemachten Blasinstrumenten aus Holz spielten sie einen modernen Mix aus rhythmischen und traditionellen Melodien ihrer Kultur, gemischt mit Texten aus der Bibel.

In einem Interview mit Irina Buchmüller aus Sibirien, Russland und Sokol Hoxha aus Albanien, erfuhren die rund 1.700 Teilnehmer des Abends, von den zum Teil bitteren und tief prägenden Erfahrungen, die die Beiden in ihren ersten Wochen und Monaten in Deutschland mit deutschen Behörden und Bürgern gemacht hatten. Die Erfahrungen der Ablehnung führten Irina Buchmüller fast bis zum Selbstmord, "doch Jesus half mir aus der Depression heraus," erzählte sie dem Publikum.

Sokol Hoxa dachte er käme ins Paradies, als er in Deutschland ankam, doch dieser Eindruck endete jäh, als er deutsche Drogensüchtige unter den Treppen der Düsseldorfer U-Bahn entdeckte. Seine Träume vom Paradies seien zerplatzt: "Ich merkte, dass auch hier, in diesem wohlhabenden Land, viele Menschen ein Vakuum in ihrem Herzen haben, das nur Gott füllen kann."

zoomMit einem Tanz der Einheit wurde bildlich dargestellt, dass eine Einheit unter Christen Realität werden kann. In traditionellen Kostümen gekleidet kamen mehrere Menschen verschiedener Nationen zum Kreuz auf der Bühne und wurden durch bunte Bänder über das Kreuz miteinander verbunden.

ProChrist-Referent Ulrich Parzany fragte das Publikum, warum es denn nicht möglich sei, die verschiedenen Kulturen, Sprachen, Musik und Lebensweisen einfach nur zu genießen? Die Realität sei geprägt von Streit und Krieg. Immer mehr Zweierbeziehungen gingen zu Bruch, obwohl die Paare sich zunächst "für das Beste, das ihnen jemals geschehen sei" hielten. "Beziehungen gehen zu Bruch," so Ulrich Parzany, "weil wir uns näher kommen. Die dauerhafte Nähe wird bitter, wenn die Nähe abgelutscht ist." Weiter fragte er, wie Konflikte abgebaut werden könnten? "Ein großer Grund für Konflikte ist die Angst und wir schützen uns mit Lügen vor Verletzungen und Bloßstellung."

zoomAnhand eines Berichts aus der Bibel, der sich zwei Tage nach der Kreuzigung Jesus ereignete, zeigte er den Gästen auf, dass auch die Schüler Jesus nach seinem Tod von Angst geprägt gewesen waren und sich in einem Raum hinter verschlossenen Türen versteckt hielten. Sie hatten Angst, dass auch sie von den römischen Soldaten oder dem jüdischen Volk angeklagt würden, weil sie Jesus nachgefolgt waren. "Plötzlich steht Jesus mitten unter den ängstlichen Menschen und begrüßt sie mit den Worten 'Frieden euch' und zeigte ihnen seine Wundmale als Beweismittel, dass er wirklich der auferstandene Jesus sei", erklärte Ulrich Parzany die Situation damals. "Diese Begegnung veränderte das Leben der Schüler von Jesus. Sie wurden voller Freude, ihre Trauer und Ängste waren weg und sie spürten Gottes Frieden." Im heutigen Leben würden viele Menschen unter zerstörten Beziehungen zu Menschen und Dingen leiden, berichtete der Referent weiter. "Was wir brauchen, ist die Heilung dieser zerstörten Beziehungen. Nur das ist Frieden." Und das gelinge nur durch Vergebung. Gegen Hass und negative Gefühle helfe beispielsweise, so Ulrich Parzany, das Gebet: "Gebet für jemanden, der verletzt hat, wird eine Veränderung bringen, bei ihm und bei mir, selbst wenn es länger dauert."

Kommentare (0)

Ein Kommentar verfassen:
Name:*

Email:* (wird nicht angezeigt)

Website:

Text:*

Schreiben Sie bitte den Text ab:*


Impressum | Kontakt | Anfahrt
Development by Ratargo
© ProChrist Regional in Augsburg 2009